Kuttner, Sarah — Die anstrengende Daueranwesenheit der Gegenwart

Sarah Kuttner fand ich im­mer nett und woll­te nie ein Buch von ihr Lesen. Da ich dann die­sen Schmöker fand, wan­der­te er zu­min­dest ganz kurz mal aufs Klo. Und dann blät­tert man da rein, ist ent­täuscht, weil der quiet­schi­ge Inhalt so flach wie die Schreibkunst ist, blät­tert wei­ter und wei­ter, weil viel­leicht doch noch was Interessanteres kom­men könn­te, kommt dann zu län­ge­ren, aber eben nicht tief­schür­fe­ren­den Texten — an­fangs wer­den nur ko­lumm­nen­ar­tig Fragen be­ant­wor­tet — und schwupps ist das Büchlein am Ende. Dass es sol­che Texte ernst­haft in die Süddeutsche Zeitung ge­schafft ha­ben, ist wohl nur dem Vermarktungswert ge­schul­det. Ein an­de­rer Leser ver­reißt die­ses Kaugummiwerk so :

Bei der Beantwortung je­der Frage greift sie das Thema auf, nimmt ein Wörterbuch zur Hand und ent­nimmt die­sem ir­gend­ei­nen x-beliebigen Begriff. Diesen lässt sie dann zu­sam­men mit ei­ni­gen Trivialitäten ih­res Alltags in die Antwort ein­flie­ßen. Was bis­wei­len als frech, un­kon­ven­tio­nell und post­mo­dern ge­prie­sen wird, ist bei nüch­ter­ner Betrachtung blan­ker Nonsens. Da die be­griff­li­chen Verbindungen (Weihnachtsmann-Mundgeruch, Frank Elstner-Epiliergeräte, etc.) kei­ner Geistesleistung, son­dern eher dem Zufall ge­schul­det sind, fehlt der in­tel­lek­tu­el­le Mehrwert in dem Buch fast voll­stän­dig.

Das Cover ist noch das Beste an die­sem Bändchen, da­her gibt es für die­sen lah­men Schmöker von fünf mög­li­chen Klorollen :

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