Veiel, Andres — Black Box BRD

Dieses Buch ist auch schon wie­der alt, aber nicht mal an­ge­staubt, wie mir scheint. In be­zug auf die Ermordung Alfred Herrhausens ist man in den letz­ten Jahren kein Stück wei­ter ge­kom­men. In die­sem Buch wird er­zäh­le­risch das Leben Herrhausens und das von Wolfgang Grams, die bei­de im Strudel R.A.F.-Terrors ihr Leben ver­lo­ren. Das Buch ver­gli­chen mit dem Film ist span­nen­der, dich­ter, der Film da­ge­gen mit den Stimmen der Beteiligten und Betroffenen an­schau­li­cher.
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Buback, Michael – Der zweite Tod meines Vaters

- Am 20. August 2009 wur­de sei­tens der Bundesanwaltschaft das Auffinden von DNA-Spuren Verena Beckers am Bekennerschreiben zum Mord an Generalbundesanwalt Buback be­kannt ge­ge­ben. Daraufhin wur­de ih­re Wohnung durch­sucht.[1]

- Am 27. August 2009 wur­de Verena Becker auf­grund des drin­gen­den Tatverdachts, am Mordanschlag auf Siegfried Buback be­tei­ligt ge­we­sen zu sein, fest­ge­nom­men.

- Am 28. August 2009 wur­de ein Haftbefehl ge­gen sie er­las­sen.[2][3] Im Zuge der neu auf­ge­nom­me­nen Ermittlungen be­stä­tig­ten sich frü­he­re Berichte, dass Verena Becker als Informantin für das Bundesamt für Verfassungsschutz tä­tig ge­we­sen war.[4]

Der Fall Buback ist wohl ei­ner der merk­wür­digs­ten in der Geschichte der deut­schen Bundesanwaltschaft. Der Vorwurf sei­nes Sohnes Michael Buback an of­fi­zi­el­le Stellen ist nicht von Pappe : Die ehe­ma­li­ge RAF-Terroristin Verena Becker wur­de bei der ju­ris­ti­schen Aufarbeitung des Mordes aus der Schusslinie ge­nom­men, ob­wohl Indizien dar­auf hin­deu­ten, dass sie selbst den Abzug be­tä­tig­te. So kann man es in der jetzt er­schie­ne­nen, er­wei­ter­ten Ausgabe Der zwei­te Tod mei­nes Vaters von Michael Buback nach­le­sen.

Das Buch ist äu­ßerst le­sens­wert, weil man ei­nem in­tel­li­gen­ten Menschen in die Küche schau­en kann, wenn er lo­gi­sche Bezüge zwi­schen Fakten her­stellt, kon­trol­liert, bei­sei­te schiebt oder eben zum Vorwurf er­hebt. Im Raum steht da­bei, dass Buback sich als Verschwörungstheoretiker auf­spielt, aber es wä­re ver­mes­sen, die­sen Vorwurf auf das gan­ze Buch aus­zu­stre­cken. Es ist al­ler­dings bspw. bei der Heranziehung des Ohnesorg-Falls un­sau­ber ar­gu­men­tiert, von die­sem Fall be­zü­ge auf Ermittlungen im Buback-Fall zu zie­hen. Das wi­der­strebt dem an­sons­ten lo­gi­schem Vorgehen Michael Bubacks. Dies führ­te ihn zu der sich nun als rich­tig her­aus­ge­stell­ten Vermutung, Becker ha­be für den Verfassungsschutz ge­ar­bei­tet.

Die Bundesanwaltschaft glaubt wohl im­mer noch nicht, dass es Becker ge­we­sen ist, die vom Soziussitz des Tatmotorrads aus Siegfried Buback und sei­ne zwei Begleiter schoß. Aber es sind wohl auch die drän­gen­den Nachforschungen Michael Bubacks ge­we­sen, die den Fall ju­ris­tisch neu auf­le­ben las­sen. Becker, die mit der Tatwaffe 3 Wochen nach dem Mord ei­nen Polizisten schwer ver­letz­te, war bei ei­nem Telefongespräch mit Brigitte Mohnhaupt ab­ge­hört wor­den, in dem sie sag­te, dass sie kei­ne Unannehmlichkeiten im Fall Buback er­war­te, da die Sachbeweise fehl­ten, “au­ßer die Bekennerbriefe”. Und eben dar­auf fand man nun Fingerabdrücke Beckers.

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wei­ter :
hintergrund.de
Verschlussache Becker
Nils Minkmar
Die Einsamkeit des Michael Buback
Hans LeyendeckerDas Mädchen Verena

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