Schlink, Bernhard — Das Wochenende

Anhänger ei­ner ehe­ma­li­gen ter­ro­ris­ti­schen Vereinigung tref­fen sich nach Entlassung ih­res Anführers aus dem Knast für ein Wochenende, des Wiedersehens we­gen, des Planens we­gen, der Selbstfindung we­gen. Irgendwie hat­te ich die­sen Roman schon län­ger auf dem Schirm, und al­les an­de­re von Schlink, das ich bis­her nicht ge­le­sen hat­te, dräng­te es zu­rück, wäh­rend ich nach Der Vorleser auch nicht un­be­dingt wei­ter Schlink le­sen woll­te. Und der Roman ent­täuscht. Die Figuren sind blaß, ih­re Gedanken sim­pel, al­le­samt schei­ternd. Das Buch ist we­der er­hel­lend, noch geist­reich.
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Schlink, Bernhard — Der Vorleser

Ich ha­be den Schinken seit den 90ern im Regal, aber erst bin ich nicht da­zu ge­kom­men, ihn zu le­sen, und dann bei dem un­ge­mei­nen Erfolg des Buches hat­te ich kei­ne Lust ihn zu le­sen, weil er mir zu mas­sen­taug­lich vor­kam. Und in der Tat da ist was dran.

Der Roman ist zwar sehr un­ter­halt­sam, sehr gut les­bar und die Geschichte bleibt im Hinterstübchen. Aber ich las ihn so, dass man es mit zwei ge­stör­ten Hauptfiguren zu tun hat, die Greueltaten der Nazis schei­nen mir ei­ne nicht so vor­der­grün­di­ge Geschichte zu sein. Und eben zu die­sen Figuren gibt es kei­ne ab­schlie­ßen­de Betrachtung, wie auch, wenn ei­ner der zwei die Geschichte er­zählt.

Vor dem Lesen des Romans ha­be ich Teile der Verfilmung ge­se­hen, die mich et­was an Das Leben der Anderen er­in­ner­te, wo­bei ich je­nen Film bes­ser fand und fin­de, und er kam mir auch sehr kit­sch­nah vor. Im Buch gibt es die mei­nes Erachtens in­ter­es­san­te Problematik, dass der Hauptakteur nach­fol­gen­de Beziehungen eben we­gen der ers­ten Beziehung nicht an­ge­mes­sen ein­ge­hen kann und so zu ei­ner Art lee­ren Hülle ver­kommt. Ich glau­be, der Film über­geht die­sen Teil des Buches.

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