Bronsky, Alina — Die schärfsten Gerichte der tartarischen Küche

Dies ist der zwei­te Roman von Alina Bronsky nach Scherbenpark. Er han­delt von ei­ner tar­ta­ri­schen Mutter, die in Zeiten der Sowjetunion groß ge­wor­den ist, von ih­rem Mann ver­las­sen wird, dann in der Ausreisemöglichkeit nach Deutschland ei­ne Entwicklungschance sieht, wo­bei sie nicht merkt, wie sie ih­re Familie über­for­dert und ins Unglück stürzt. Der Leser hät­te nun gern noch er­fah­ren, wie­so das über­haupt so ist, d.h. wie­so ihr Charakter so ver­blen­det re­li­gi­ös nut­zen­ori­en­tiert ist, oh­ne Rücksicht auf die Befindlichkeiten an­de­rer neh­men zu kön­nen. Ohne die­se Auflösung ist das Buch ein Spiegel, der rus­si­schen Frauen vor­ge­hal­ten wird. Schon oft so und so ähn­lich ge­hört und ge­le­sen, aber viel­leicht gut, dass es hier noch­mal zwi­schen Buchdeckel ge­packt wur­de. Das Temperament, von dem im ers­ten Buch die Rede war, ist hier nicht ent­hal­ten. Und bei Bronsky weiß ich ge­ra­de nicht, wo­hin die Reise ge­hen soll, denn das ak­tu­ell neu er­schie­ne­ne Jugendbuch wer­de ich wohl nicht in die Hand neh­men, das hat ei­ne an­de­re Zielgruppe.
Weiterlesen

Bronsky, Alina — Scherbenpark

Es ist schon ei­ni­ges ge­schrie­ben wor­den über das Debüt der un­ter Pseudonym schrei­ben­den Alina Bronsky. Ich hal­te mich kurz. Es ist mehr als ver­wun­der­lich, dass Tilman Rammstedt den Bachmannpreis be­kom­men hat und nicht sie. Es ist mehr als ver­wun­der­lich, dass auf der deut­schen Bestsellerliste der­zeit an­de­re Bücher vor die­sem hier ste­hen. Es ist das best­ge­schrie­bens­te, ein­falls­reichs­te, tref­fens­te und hu­mor­volls­te in deut­scher Sprache ge­schrie­be­ne Buch der letz­ten Jahre, das mir in den Sinn kommt. LESEN ! Keine Empfehlung, ein Aufruf !

Weiterlesen